Naturschutz hat Geschichte!

Seit fast zweihundert Jahren engagieren sich in Deutschland Personen, Gruppen, Verbände und Institutionen für den Schutz der Natur.

Der geschichtliche Bogen reicht von naturwissenschaftlichen Gesellschaften, die sich im 19. Jahrhundert auch Fragen des Schutzes der Natur zuwandten, über die Vereine und Verbände des Natur- und Heimatschutzes, die sich um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert überall in Deutschland gründeten, bis zu den Diskussionen der Gegenwart um internationale Netzwerke, Erhaltung der Biodiversität und nachhaltiges Nutzen.

Dabei war Naturschutz kein historisches Randphänomen. Naturschutz war eine zum Teil höchst erfolgreich agierende gesellschaftliche Gegen-Bewegung zur industriell geprägten Moderne. Dem ehrenamtlichen und beruflichen Engagement unzähliger Naturschützerinnen und Naturschützer ist es zu verdanken, dass heute eine ökologische Entwicklung der Industriegesellschaft ohne Naturschutz nicht mehr vorstellbar ist.

Die Stiftung Naturschutzgeschichte will die Geschichte der sozialen Bewegung Naturschutz lebendig und wirksam erhalten.

In der Vorburg von Schloss Drachenburg ist ein Ort der Erinnerung und Begegnung entstanden. Offen für alle, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Naturschutzes in Deutschland bewegt und bewegen.

Die Stiftung hat sich die Aufgabe gestellt, die Geschichte des Naturschutzes kritisch aufzuarbeiten und das gewonnene historische Wissen für die Probleme der heutigen Gesellschaft nutzbar zu machen.

Zu diesem Zweck betreibt die Stiftung Naturschutzgeschichte ein Archiv, ein Forum und ein Museum.

Aktuelles   Über uns  

Aktuelles

26. Februar 2018 / Königswinter (Siebengebirgsmuseum)

August Sander: Das Gesicht der Landschaft.
Landschaftswandel im Spiegel unterschiedlicher Wahrnehmungen

Gemeinsame Tagung des Siebengebirgsmuseum (Stadt Königswinter), der Thomas Morus Akdemie (Bensberg), Moderne im Rheinland (Universität Düsseldorf) und der Stiftung Naturschutzgeschichte

Auch in der Landschaft erkennen wir (…) den menschlichen Geist einer Zeit, den wir vermittels des photographischen Apparates erfassen können.“ (August Sander 1931)

August Sanders (1876-1964) Glaube an das Potenzial des Mediums Fotografie bezog sich nicht nur auf den Bereich menschlicher Portraits, wo er den deutlichen Schwerpunkt für sein künstlerisches Werk sah, sondern auch auf die Betrachtung der „Physiognomie der Landschaft“: „Auch ihr drückt der Mensch seinen Stempel auf durch seine Werke.“

Sanders Sichtweise liegt somit ein Verständnis zugrunde, wonach sich landschaftliche Qualität aus dem Zusammenwirken von natürlichen Gegebenheiten, menschlichen Nutzungen und ästhetischen Ansprüchen entwickelt. Letztere spiegeln sich besonders deutlich in künstlerischen Rezeptionen und deren zeittypischen Ausprägungen wider. Die unterschiedliche Gewichtung dieser Elemente prägt bis heute die Ansprüche der Nutzer und Bewohner an ihre landschaftliche Umgebung.

Im Rahmen der Tagung soll das Verhältnis von landschaftlicher Wirklichkeit und ihrer Idealisierung thematisiert werden. Nicht nur in den Augen von August Sander bietet die Rheinlandschaft reiches Anschauungsmaterial für gefühlten und realen Landschaftswandel. Gefragt wird nach den Wurzeln heute gängiger Idealvorstellungen und dem Wunsch nach Erhaltung „landschaftlicher Schönheit“.

Historischer Ort

Die Stiftung Naturschutzgeschichte hat ihren Sitz am Drachenfels bei Königswinter sehr bewusst gewählt. Ihr Domizil auf dem Ensemble von Schloss Drachenburg liegt inmitten des faktisch ältesten Naturschutzgebiets Deutschlands. Bereits 1836 wurde der Drachenfels vom preußischen Staat vor der Zerstörung durch Steinbrüche gerettet.

Der Drachenfels und das Siebengebirge sind somit bedeutende Keimzellen für den deutschen Naturschutz. Viele Entwicklungen der Naturschutzgeschichte spiegeln sich hier wider: Von den ersten Schutzmaßnahmen des Staates, über die Formierung bürgerschaftlicher Schutzbemühungen und Proteste, die formalrechtliche Ausweisung zum Naturschutzgebiet, die Einrichtung eines Naturparks bis hin zu Versuchen, das Siebengebirge zum Nationalpark zu erheben.

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Förderverein

1989 gründete sich der Verein „Archiv und Museum zur Geschichte des Naturschutzes“. Unter seiner Federführung entstanden erste konzeptionelle Überlegungen zur Gründung der Stiftung Archiv, Forum und Museum zur Geschichte des Naturschutzes in Deutschland.

Nach der Gründung der Stiftung am 5. Dezember 1996 verlagerte der Verein sein Aufgabenfeld. Er unterstützt seither die Arbeit der Stiftung Naturschutzgeschichte, wirbt für sie in der Öffentlichkeit und hilft mit, Vor- und Nachlässe ehren- und hauptamtlicher Naturschützerinnen und Naturschützer einzuwerben.

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