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WANDEL DER KULTURLANDSCHAFT

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts veränderten Land- und Forst-wirtschaft, aber auch die Industrie und das Verkehrswesen unsere Landschaft grundlegend. Diese Umformungen waren ein entscheidender Auslöser dafür, dass Menschen begannen, sich Gedanken um den Landschaftsschutz zu machen. Dem Denken folgten Forderungen und Proteste. Doch dabei blieb es nicht. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts unterbreiten Naturschützer Konzepte, wie man die Veränderungen der Landschaft naturverträglicher gestalten kann.
Eine Gruppe Naturschützer trat zu Beginn des 20. Jahrhunderts für den Schutz der ihnen vertrauten, seit Jahrhunderten langsam gewachsenen Landschaft ein. Eine andere Richtung wollte dagegen vor allem Reste ursprünglicher Natur als Naturdenkmale schützen.
Seit den 1920er-/1930er-Jahren entstanden Konzepte, die Veränderung der Landschaft pflegend und gestaltend zu begleiten. Gleichzeitig gewannen in der Naturschutzdiskussion völkische, ja sogar rassistische Argumente immer stärkeren Einfluss. Führende Naturschützer bauten Brücken zur „Blut-und-Boden“-Ideologie der Nationalsozialisten und kreierten Vorstellungen eines „Urdeutschlands“, in dem dem „deutschen Wald“ eine herausragende Stellung zukam.



Die deutsche Teilung trennte auch den Naturschutz. Die konkrete Arbeit in Ost und West unterschied sich aber kaum. Wiederaufbau und Wirtschaftswunder hatten im Westen, der Aufbau der Planwirtschaft im Osten absoluten Vorrang. Naturschutz musste hart um Einfluss ringen. Mitte der 1950er-Jahre drohten im Westen auch letzte Reste noch naturnaher Landschaften zu verschwinden. Naturschützer forderten, sie „um der Menschen willen“ auch als Erholungslandschaften zu erhalten. Auch in der DDR nahmen Erholungsfragen eine bedeutende Rolle in Naturschutzdiskussionen ein. Mitte der 1960er-Jahre schien die Bundesrepublik aus dem Gröbsten heraus. Eine alte Idee wurde wieder aufgegriffen, nämlich Reste von Wildnis sich selbst zu überlassen. 1970 wurde dieser Traum mit dem Nationalpark Bayerischer Wald umgesetzt. In den 1970er-Jahren änderte sich Vieles im Naturschutz. Der Naturschutz beansprucht seitdem Einfluss auf die ganze Landschaft und sucht die Zusammenarbeit mit Landnutzern. Planung wird immer wichtiger.

Dauerausstellung
– Siebengebirge
– Wandel der
Kulturlandschaft

– Ehrenamt am Beispiel
Vogelschutz

– Naturschutzbeauftragte
– Stadt:Natur

Sonderausstellungen

Diese Eichenallee im niedersächsischen Lauenstein rettete Ernst Rudorff 1886 vor dem Abholzen, indem er sie kurzerhand kaufte.

Das „Grüne Band“: Einst eine trennende Grenze zwischen
Ost- und Westeuropa, heute ein ungemein wertvolles und größtenteils geschütztes Biotopverbundsystem.