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SIEBENGEBIRGE

Am Drachenfels und an einigen anderen Stellen des Siebengebirges wurden im 19. Jahrhundert Steine abgebaut, die für Gebäude oder die Befestigung von Straßen- und Hafenanlagen verwendet wurden. Die Steinbrüche griffen massiv in das Landschaftsbild ein. Dagegen erhob sich breiter Protest. Zwei Vereine – sozusagen frühe Bürgerinitiativen – gründeten sich: 1869 der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) und 1886 der Verein zur Rettung des Siebengebirges (VRS). Sie beklagten die Verschandelung der Landschaft und prangerten die weithin sichtbaren "Wunden" an, die die Steinbrüche in der Natur hinterließen. Da ein Gesetz zum Schutz der Landschaft mit Sanktionsmöglichkeiten fehlte, blieb den Vereinen nur ein anderer Weg offen: Die Grundstücke, auf denen sich Steinbrüche oder Transportwege befanden, mussten angekauft werden. Um die hierfür nötigen finanziellen Mittel zusammenzubringen, wurden Gelder aus Spendensammlungen, einer Lotterie und öffentlichen Zuschüssen verwandt. Im Laufe der Zeit erwarb der VVS über 800 Hektar im Kernbereich des Siebengebirges. Schritt für Schritt wurde hier der Steinabbau stillgelegt. 1899 und 1902 verbot schließlich der zuständige Kölner Regierungspräsident jegliche Neuanlage und Erweiterung von Steinbrüchen.



1923, als die gesetzlichen Grundlagen geschaffen waren, wurde das Siebengebirge rechtsformal als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Seit 1958 hat es den Status eines Naturparks. Träger ist der bis heute existierende VVS. 1971 verlieh der Europarat dem Siebengebirge erstmals das Europadiplom, mit dem Naturgebiete von "internationaler Bedeutung und von europäischem Interesse im Hinblick auf den Schutz des natürlichen Erbes und auf die Erhaltung ihres ästhetischen, kulturellen und/oder Erholungszwecken dienenden Wertes" ausgezeichnet werden.
Versuche, diese einzigartige Landschaft zum Nationalpark zu erheben, scheiterten allerdings 2009 an einem Bürgerentscheid.

Historischer Ort
– Drachenfels
– Siebengebirge
– Schloss Drachenburg
– Vorburg

Institution
– Kuratorium
– Vorstand
– Geschäftsstelle
– Satzung

Arbeitsbereiche
Regionale Arbeitskreise

Als "offene Wunden" in der Landschaft empfanden die Vertreter des Vereins zur Rettung des Siebengebirges die Steinbrüche im Siebengebirge (1886).

1899 führte der Verschönerungsverein für das Siebengebirge eine Lotterie durch. Von den Erlösen kaufte er Grundstücke, um den weiteren Steinabbau zu verhindern.